Karate im Knast
Dieser seinerzeit weltweit einmalige Ansatz der Behandlung von hochgradig aggressiven Gewaltstraftätern im Strafvollzug wurde von 1989 bis 1991 in der Jugendanstalt Hameln durchgeführt. In diesem sporttherapeutischen Anti-Aggressivitäts-Training kamen Intensivkurse im traditionellen Karate-do als eine Schule der Körper - und Selbstbeherrschung zur Anwendung. Auf der Grundlage des klassischen Shorinji- / Shoto-Kempo-Ryu Karatedo wurden die Karate-Elemente Kihon (Grundschule), Kata (Form) und Kumite (Zweikampf) ebenso wie Tai Chi Chuan und Za-Zen-Meditation gelehrt. Zusätzlich fandenUnterrichtseinheiten im Bereich der theoretischen, mündlichen Unterweisungen der Schüler durch den Meister statt (Mondo), in denen die Philosophie des Budo, d.h. die moralisch - ethischen Grundsätze der Friedfertigkeit, als auch heute noch gültige und wichtige Verhaltensmaximen des sozialen miteinander diskutiert wurden. Im Unterschied zum modernen Sport- und Wettkampfkarate wurde besonderer Wert auf das Verständnis von Karate als Do (Do - der Weg) gelegt. Damit standen weniger leistungsorientierte Fortschritte im technischen Sinne im Vordergrund, als vielmehr die ganz konkreten Erlebnisse im emotionalen Bereich der Teilnehmer, zu denen das Studium der Kampfkünste einen jeden zwingt.
Die jungen Männer sollten durch die sportorientierte Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten lernen, auch und gerade ohne die Unterdrückung und Vernichtung anderer Menschen auf sich stolz sein zu können. Denn die inhaftierten Gewaltstraftäter hatten ihr aggressives Verhalten alle im Laufe ihres Lebens erlernt: sie hatten Gewalt als Mittel zur Durchsetzung und als einen Mechanismus erfahren, der ihnen Respekt und Anerkennung unter ihren Freunden und Angst bei den Anderen einbrachte. Genau auf diesem Lernprinzip aufbauend galt es nun, den Teilnehmern der Karate-Kurse beizubringen, dass Gewalt eher ein Ausdruck von Schwäche und Friedfertigkeit als Ausdruck von Souveränität und Stärke begriffen werden muss. Genau diese Erfahrungen sind ja im traditionellen Karate Do und Budo angelegt. So sollten sie z.B. anhand des bekannten Budo-Prinzips "Siegen durch Nachgeben" in Aikido-ähnlichen Übungen lernen, ihre Aggressivität zu kontrollieren, Angriffe durch Ausweichen, Umlenken und Sanftheit der Abwehr- und Konterbewegungen zu begegnen, den offensiven Angreifer ins Leere laufen zu lassen. So durften sie sich im Zweikampf nicht provozieren lassen, mussten versuchen, ruhig und gelassen zu bleiben, wie es die Budo-Weisheit über den Geist des Kämpfers, der so sein soll wie das Wasser, auf dem sich der Mond spiegeln kann (mizu no kokoro), verlangt. Schließlich sollten diese Lernerfahrungen, wonach sich Aggressivität und Unbeherrschtheit nie auszahlt (weil sie ja im Budo konsequent zur Niederlage führt), bewirken, dass der Gewalttäter aggressives Verhalten verlernen und besonnene, bewusste, kontrollierte und somit friedliche Verhaltensweisen erlernen und langfristig stabilisieren können. Meditative Momente des Trainings sollten bei der Verinnerlichung des Gelernten und zum Nachdenken über sich selbst führen.

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