Karate-Therapie-Projekte

Die wegen wiederholter massiver Gewaltstraftaten auffällig gewordenen jungen Männer wurden in halbjährigen Intensiv-Kursen in einem budopädagogischen Kampfkunstprogramm ausgebildet, in dem sie nicht lernen sollten sich zu schlagen, sondern sich nicht zu schlagen. Dazu sollten sie lernen mit ihren Aggressionen umzugehen und sich zu beherrschen. Sie sollten lernen durch die Übung ihren Partner zu achten und erkennen, dass Sanftheit stärker sein kann als Rohheit, dass auch ein friedfertiger Geist sich auszahlt und einen kampflos zum Sieger machen kann, dass der richtig verstandene Weg in seiner Verwirklichung nämlich Gnade und Gelassenheit bedeutet. Diese Ziele sind in den Budo-Künsten seit langer Zeit fest angelegt, auch wenn sie häufig erschüttert sind und im modernen Kampfsport nur noch wenig Bedeutung zu haben scheinen. Doch ein an den uralten Traditionen und Prinzipien orientiertes Training kann sowohl die körperliche wie die geistige Kontrolle fördern, bis der Geist so stark wird, dass man nicht mehr kämpfen will, oder gar aus einer Niederlage für sich selbst einen Sieg macht. "Kampfkunst als Therapie" ist nicht einfach Karateunterricht, sondern eine konsequente Rückbesinnung und die elementare Einbeziehung ursprünglicher Übungsmethoden, zusammengestellt zu einem sporttherapeutischen Ansatz eines pädagogisch-therapeutischen Anti-Aggressivitäts-Trainings für diejenigen, die sich viel und gerne geschlagen haben.
Diese Karate-als-Therapie-Projekte wurden von 3 verschiedenen Universitäten (Institut für Sozialpädagogik Lüneburg, Institut für Kriminologie Göttingen, Institut für Sportwissenschaften Heidelberg) wissenschaftlich betreut und kritisch überprüft. Im Rahmen dieses Konzeptes setzen sich die straffällig gewordenen Jugendlichen nicht nur mit der sportlich-technischen Seite, sondern auch mit den moralisch-ethischen Prinzipien der Budo-Disziplinen auseinander. Die Bedeutung des geistigen Inhaltes einer Kampfkunst ist deshalb so wichtig, weil Körper uns Selbstbeherrschung der Teilnehmer trainiert, und die Erkenntnis gefördert werden soll, dass wahres Karate ohne ersten Angriff ist (karate ni sente nashi). Dieser Grundsatz besagt nicht, dass es im Karate keine Angriffs- oder Kontertechniken gäbe, meint auch nicht, dass im Training die Übung stets mit einer Abwehrtechnik beginnt, auch nicht, dass Karate eine Schule der Selbstverteidigung sei, sondern dass der, der Streit sucht, angreift oder sich schlägt nicht wahres Karate betreibt (selbst wenn er Karatetechniken anwenden würde). Wer sich schlägt, kann insofern kein richtiges Karate betreiben, da eine Prügelei (auch die noch so gekonnte) die wesentlichen Merkmale einer Kampfkunst nicht beinhaltet.
Bedenke: Der eigentliche, ursprüngliche Sinn des Karate ist nicht der Kampf gegen einen Gegner, sondern der Kampf mit sich selbst, dem Ich, dem inneren Schweinehund, die Wut, die Angst, die Geltungssucht, das Erfolgsstreben, der Siegeswillen, den Vernichtungswunsch zu verlieren. Von daher widerspricht das moderne Wettkampfkarate der ursprünglichen Idee des Karate-do, als Weg, als Charakterschule: "Ziel des Karate-do ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Vervollkommnung des Geistes." Reines modernes Sportkarate zielt aber auf Gewinn, auf Titel und Pokale, so dass heute die Traditionalisten, die Karate-do mit einem anderen Anspruch betreiben, eher belächelt als geachtet werden. Dabei haben gerade die uralten philosophischen und manchmal etwas eigenwilligen pädagogischen Prinzipien der Kampfkunstpraxis große Bedeutung und ganz entscheidenden Einfluss darüber, ob Karate als Wettkampfsport, als Schlägersport oder als Kampfkunst betrieben wird. Die Friedfertigkeit des Karateka ist nicht etwa Feigheit oder Schwäche, sondern eher Überlegenheit und Stärke. Die Philosophie der asiatischen Kampfkünste, die in der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Stilrichtungen eine bedeutende Rolle spielt (China und Taoismus, Japan und Zen-Buddhismus) bewertet nämlich die Vermeidung jeglichen Kampfes, also auch die vermeintliche Niederlage (z.B. durch Rückzug oder Aufgabe) als Sieg. Als Sieg über sich selbst und als Sieg über ungleiche Gegner. Echte Meisterschaft in den Kampfkünsten ist daher nicht nur die technische Perfektion der einzelnen Bewegungsabläufe, der so-und-so-vielte Dan, sondern auch das durchdringen des Budowesens, das Wissen über seine Geschichte und geistigen Inhalte, das rechte Verständnis von Lehre und Übung - und eine über das Einhalten der Etikette im Dojo hinausgehende vorbildliche Friedfertigkeit im Alltag.

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